Am 1. November steht der Basler Musiker Zian an der Baloise Session auf der Bühne. Mit BaselLive spricht er über Mainstream-Pop, seine Lieblingsorte in Basel und über sein Ziel, jeden Tag ein Prozent besser werden zu wollen.

Mit Kaffee und Apfelwähe setzt sich Zian an einen Tisch im Unternehmen Mitte – und entschuldigt sich sogleich: «Ich gehöre zu jenen Menschen, die auf Fotos total doof aussehen, wenn sie was essen oder trinken». Naja – also so schlimm sieht das nicht aus. Nachdem er sein Markenzeichen, seinen Hut, zur Seite gelegt hat, kann das Interview auch schon losgehen. Beispielsweise damit, dass wir uns auf seinen Wunsch im Unternehmen Mitte treffen, dort, wo der Grundstein für seine beispielhafte Karriere gelegt wurde.

Ich habe hier viele Songs geschrieben – auch «Show You» ist hier entstanden. (Zian im Unternehmen Mitte)
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«Ich habe hier viele Songs geschrieben», plaudert Zian munter drauf los, «auch Show You ist hier entstanden». Also jener Song, den wir alle schon zig mal im Radio gehört haben und sich die ganze Schweiz gefragt hat: Ist das wirklich einer von uns? Denn bereits mit Show You hat der Basler bewiesen, dass er mit den ganz grossen Stars mithalten kann. Seine Songs kommen von Herzen und sind authentisch, klingen nach eingängiger Popmusik, nach internationalem Mainstream – und dies ist in keinster Weise abwertend gemeint. Doch dazu kommen wir später. Zuerst kommen wir nochmals auf den Grundstein seiner Karriere zu sprechen: Songs schreiben im Unternehmen Mitte.

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«Ich gehöre zu jenen Menschen, die auf Fotos total doof aussehen, wenn sie was essen oder trinken». Naja – also so schlimm sieht das nicht aus.

Von uncoolem Pop und bösem Mainstream

«Für mich ist es ein Ort der Ruhe und gleichzeitig ein Ort der Lebendigkeit», beschreibt Zian die inspirierende Atmosphäre des Kaffeehauses, in welchem er schon viele Morgen und Nachmittage verbracht und an seinen Songs getüftelt hat. «Man kann stundenlang hier sitzen und so viele unterschiedliche Menschen beobachten und sich Gedanken zu ihren Geschichten machen.» Zweifellos – die verschiedenen Lebensentwürfe, Sorgen und Schicksale der Menschen, die hier tagtäglich ein und aus gehen, würden Stoff für eine ganze Menge Songs hergeben. Es ist jedoch noch was anderes, das Zian immer wieder hierher, in das Unternehmen Mitte, führte: «Es gefällt mir, dass es hier Platz für alle hat. Auch ich mit meiner Pop- und Mainstream-Musik darf hier sein.» Das hört sich fast ein wenig so an, als ob sich Zian für seine Musik rechtfertigen wollte. Als ob Pop und Mainstream was Böses oder Uncooles wären, weil sich damit Geld verdienen lässt. «Nun ja, es stimmt schon, dass es Musiker gibt, die einfach diese Art von Musik machen, weil sie damit Geld verdienen können. Häufig mit Songs, die sie nicht einmal selbst geschrieben haben und die mit riesigem Marketingbudget beworben werden. Das hat in der Popmusik sicher schon einiges kaputt gemacht. Aber es gibt auch immer wieder schöne Beispiele. Ich selbst möchte Musik machen, die für alle verständlich ist und wobei jede und jeder etwas spüren kann. Wenn nun diese Art von Musik dem kommerziellen Pop – oder eben dem Mainstream – geschrieben wird, dann geschieht das nicht, weil ich dies so beabsichtige, sondern weil es halt einfach so passiert.» Für Zian und seine Musik bedeutet dies, dass der Erfolg, den er mit seiner ersten Pophymne Show You erreicht hat, ihm ermöglichte, sein Album Burden aufzunehmen, auf der Bühne der grössten Schweizer Musikfestivals wie dem Moon & Stars von Locarno, dem Zurich Openair oder der Baloise Session zu stehen – und damit die Gagen seiner vier-köpfigen Band und seines ganzen Teams zu zahlen. Was soll daran also verkehrt sein?!

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Ich selbst möchte Musik machen, die für alle verständlich ist und wobei jede und jeder etwas spüren kann. (Zian)

Am 1. November ist es nun soweit und Zians Auftritt an der Baloise Session steht an. Ob er schon aufgeregt sei? «Wenn's so weit ist, mach ich mir bestimmt in die Hose», lacht Zian und die Vorfreude ist ihm anzusehen. Zian nimmt noch einen letzten Schluck Kaffee, setzt seinen Hut auf und wir machen uns auf den Weg in Richtung Spalenberg. Da hat schliesslich als Tambour der Fasnachtsclique Muggedätscher musikalisch alles angefangen.

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Basel – Heimat, Hafen und so viele Erinnerungen

Vor dem Restaurant Schnabel haben sie sich mit den Muggedätscher jeweils zum Morgestraich eingefunden, erinnert sich Zian. Auch wenn er heute nicht mehr aktiv Fasnacht macht, so könne er sich gut an dieses schöne Gefühl zurück erinnern, wenn pünktlich um 4 Uhr morgens die Lichter ausgehen, alle gleichzeitig losmarschieren und die ganze Stadt in Bewegung ist. Doch nicht bloss nur wegen der Fasnacht wird Basel für ihn immer eine besondere Bedeutung haben. «Basel ist für mich ein Hafen, ein Ort, an dem alles angefangen hat und an dem ich immer Ruhe finde. Hier stand ich im Rahmen des Kindercharivari zum ersten Mal auf einer Bühne, hier habe ich meine ersten Songs geschrieben, meine letzte schlimme Trennung durchgestanden und verarbeitet, hier habe ich schöne Dates im Restaurant Acqua verbracht und einen romantischen Kuss auf dem Margarethenhügel erlebt.»

Ich bin dann erfolgreich, wenn ich Leute um mich herum habe, mit denen ich zusammen in eine Wand fahren kann und scheitern darf. (Zian)

Basel ist auch der Ort, der ihn am Boden hält. Wo gute Freunde zuhause sind, die ihn schon lange kennen und ihn nicht abheben lassen. Einen Tag pro Woche geht Zian in Basel übrigens ganz normal arbeiten, was ihm unglaublich gut tue, wie er sagt. «Da hab ich Leute um mich herum, die andere Probleme haben. Da geht's dann für einmal nicht um meine Musik». Das sei nötig, um genügend Abstand zu seinem Erfolg als Musiker, seinen gewonnen Musikpreisen und der medialen Aufmerksamkeit zu gewinnen.

Erfolg ist ...?

Wie er denn selbst Erfolg definiere, möchten wir von ihm wissen. «Ich bin dann erfolgreich, wenn ich jeden Tag versuche, einen Prozent besser zu werden – egal in welcher Hinsicht und auch wenn ich dabei scheitere. Ich bin dann erfolgreich, wenn ich Leute um mich herum habe, mit denen ich zusammen in eine Wand fahren kann und scheitern darf. Denn nur wenn ich versuche, jeden Tag etwas besser zu werden, komme ich schlussendlich auch weiter.» Für sein Konzert an der Baloise Session bedeutet dies, dass er sich voll ins Zeug legen wird. «Ich hoffe, die Leute gehen nach meinem Konzert nach Hause und denken, dass ich alles gegeben habe, um ihnen eine gute Show zu bieten. Denn für mich ist die Baloise Session ein grosser Fisch und bedeutet mir viel.»

Ich hoffe, die Leute gehen nach meinem Konzert nach Hause und denken, dass ich alles gegeben habe. (Zian)
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Zian unterwegs am Spalenberg. Hinter ihm die Hutwerkstatt Risa. Ob er sich hier wohl noch mit einem neuen Hut für sein Konzert an der Baloise Session eindecken wird?

Sympathisch, authentisch, bodenständig – und wahnsinnig talentiert. Keine Frage, Zian gehört auf die grosse Bühne. Sein Händchen für bewegende Pophymnen hat ihn bis hierher, auf die Bühne der Baloise Session, gebracht und wird ihm hoffentlich noch viele weitere Türen öffnen. «Ich versuche mich auf diesem Weg nicht unter Druck zu setzen. Bisher hat's schliesslich genau so funktioniert. Niemand hat auf mich gewartet, niemand hat mit mir gerechnet und dennoch bin ich hier.»

Lieber Zian, vielen Dank für das Gespräch und wir freuen uns auf dein Konzert an der Baloise Session!

Zian

Baloise Session

Dienstag, 1. November 2022

baloisesession.ch

Musik von Zian

Entdecke das neue Album von Zian «Burden»!

zianmusic.com

Dieser Partner-Content ist in Kooperation mit unserem Partner «Baloise Session» entstanden.
Baloise Session
Erleben Sie Weltstars hautnah in einem Konzertsaal mit nur 1'550 Personen. Der intime Rahmen und die Clubtischbestuhlung erinnern an die legendären New Yorker Musikclubs und schafft damit eine Nähe zu den Stars, die kein anderes Festival bietet. Einzigartig ist auch die Kombination von zwei Künstlern pro Konzertabend.