Rebecca Horn
Ausstellung
Museum Tinguely

Körperphantasien

Veröffentlicht am Montag, 13. Mai 2019.

Ihre Arbeiten sind im Guggenheim New York zu sehen oder in der Londoner Tate. Und nun auch in Basel: Vom 5. Juni bis am 22. September ehrt das Museum Tinguely die spannende Deutsche Künstlerin Rebecca Horn mit einer Einzelausstellung.

Eigentlich hätte Rebecca Horn Volkswirtschaft studieren sollen, um die elterliche Textilfabrik zu übernehmen. Doch bereits als kleines Mädchen träumte sie davon, Künstlerin zu werden. So hängte sie die Volkswirtschaft bereits nach wenigen Monaten an den Nagel und begann 1963 ein Philosophie- und Kunststudium in Hamburg. Ohne dass ihre Eltern davon wussten.


Rebecca Horn, Berlin – Übungen in neun Stücken: Mit beiden Händen gleichzeitig die Wände berühren, 1974–1975 (Filmstill) 16 mm (digitalisiert), Farbe, Ton Rebecca Horn Collection
Rebecca Horn, Berlin – Übungen in neun Stücken: Mit beiden Händen gleichzeitig die Wände berühren, 1974–1975 (Filmstill) 16 mm (digitalisiert), Farbe, Ton Rebecca Horn Collection (© Rebecca Horn/ProLitteris, Zürich)

 

Dass sie als junge Frau in den 60er-Jahren einen solchen Schritt wagte, zeigt bereits, mit welchem Mut, welcher Energie und Leidenschaft Rebecca Horn seit jeher unterwegs war. Der Erfolg gab ihr Recht. Sie gilt heute international als eine der profiliertesten und vielseitigsten deutschen Künstlerinnen. Ihre Installationen, Performances, Objekte und Rauminstallationen sind auf der ganzen Welt zu sehen.


Rebecca Horn, Messkasten, 1970 Fotografie Staatsgalerie Stuttgart
Rebecca Horn, Messkasten, 1970 Fotografie Staatsgalerie Stuttgart (© Rebecca Horn/ProLitteris, Zürich)


Zu Beginn ihrer Karriere, in den experimentellen 70er Jahren, waren menschliche Körper ihr Material. Vor allem ihr eigener. Sie fixierte an ihrem Körper Flügel, Bleistifte oder überdimensional lange Finger und filmte ihre Bewegungen im Raum. Bis heute choreographiert sie Bewegungen von Menschen und Maschinen, spielt mit organischen Materialien, mit Elektrizität und Mechanik. Die Ergebnisse sind poetisch und skurril zugleich.


Rebecca Horn, Der Sonnenseufzer, 2006 Rebecca Horn Collection
Rebecca Horn, Der Sonnenseufzer, 2006 Rebecca Horn Collection (© Rebecca Horn/ProLitteris, Zürich)

 

So lässt sie tippende Schreibmaschinen von der Decke hängen, High Heels tanzen oder sie pumpt Quecksilber durch ein Röhrensystem, um emotionale Energieströme sichtbar zu machen. Das Gesamtwerk der heute 75-jährigen Rebecca Horn ist riesig. Das Museum Tinguely beschränkt sich in seiner Ausstellung auf frühe performative Arbeiten und spätere Maschinenskulpturen und ermöglicht dir so einen überaus spannenden Einblick in das Schaffen einer enorm vielseitigen Künstlerin.

 

 

Was: Rebecca Horn - Körperphantasien

Wann: 5. Juni bis 22. September

Wo: Museum Tinguely

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr

Eintritt: CHF 18.- / CHF 12.- 


www.tinguely.ch

www.rebecca-horn.de