Videokunst
videocity.bs
Congress Center Basel
eboard

Spiel mit Essen

Veröffentlicht am Samstag, 19. September 2020.

Flimmernde Videokunst im öffentlichen Raum. Videocity.bs setzt sich mit dem veränderten Umgang mit Nahrungsmitteln auseinander – witzig, gesellschaftskritisch und abgefahren. Zu sehen auf dem eBoard des Congress Center Basel.

Erinnerst du dich noch an die leeren WC-Papier-Regale während dem Lockdown? Auch Pasta, Dosen-Food, Mehl und Hefe waren regelmässig ausverkauft. Hamsterkäufe gehörten zum Alltag – die Menschen fürchteten sich anscheinend davor, verhungern zu müssen, sonntags nie mehr eine Confischnitte mit frischem Zopf geniessen zu können oder eines Tages die letzte WC-Papierrolle auf Erden aufgebraucht zu haben. Ganz egal ob es sich um die Jahresvorräte an WC-Papier oder Lebensmitteln handelte – solidarisch allen anderen gegenüber, die sich mit leeren Einkaufsregalen abfinden mussten, ist das nicht.


Ana Hušman «Meršpajz», 2003
Ana Hušman «Meršpajz», 2003

Gyonyoung Yoon «Filling in the Physical Reality, Living in Digital Reality», 2020
Gyonyoung Yoon «Filling in the Physical Reality, Living in Digital Reality», 2020


Während dem Lockdown hat sich der Umgang mit Grundbedürfnissen schlagartig geändert. Das betrifft aber nicht nur das teilweise eingeschränkte Warenangebot, sondern auch das Gefühl von Isolation, wenn man abends alleine am Esstisch sass. Das Ausbleiben sozialer Kontakte veränderte auch die Einstellung zum Essen. Und es schlug sich auf die Psyche der Menschen nieder. Diese neue Auseinandersetzung mit Grundnahrungsmitteln und Grundbedürfnissen macht das Videokunstprojekt videocity.bs zum Thema. Verschiedene internationale Künstler, darunter Absolventen von Kunsthochschulen, zeigen ihre künstlerischen Interpretationen dieser Thematik auf dem eBoard des Congress Center Basel, sowie als Web-Präsentation online. Der inszenierte Umgang mit Essen zeigt Lebenshaltungen auf, spiegelt verschiedene Kulturen wider und diskutiert dabei gesellschaftskritische Fragen zu Ökologie, Globalisierung und Ethik.


Nach dem ersten Zyklus des videocity.bs-Projekts mit dem Titel «Food #1», startete nun am 16. September der zweite Zyklus «Food #2» mit 20 neuen Videos, die bis zum 30. November 2020 auf dem eBoard des Congress Center Basel zu sehen sein werden.


Shae Myles «My Mouth Misses You», 2020
Shae Myles «My Mouth Misses You», 2020


Das Schöne an videocity.bs: Du begegnest dem Videokunstprojekt im öffentlichen Raum, beim Überqueren des Messeplatzes, beim Tagträumen im Drämmli oder beim Vorbeirasen mit dem Velo oder Auto. Am besten aber nimmst du dir ein paar Minuten Zeit und schaust dir die spannenden, witzigen, gesellschaftskritischen und teilweise total abgefahrenen Videos in Ruhe an. Es lohnt sich! – und du wirst zum Nachdenken über deinen eigenen Umgang mit Lebensmitteln angeregt.


Videocity.bs befindet sich nicht ohne Grund im öffentlichen Raum. Das Format, welches von der in Basel lebenden Kulturmanagerin Andrea Domesle kuratiert wird, ist für die breite Öffentlichkeit gedacht, für Fachleute wie Kunstbanausen, jenseits von geschützten Museumswänden.


videocity.bs

«Food #2 – zwischen Werbung, Kunst, Konsum und Krise»

Vom 16. September bis 30. November 2020


eBoard des Congress Center Basel

Täglich von 8 bis 24 Uhr werden 20 Videos ohne Ton auf dem eBoard des Congress Center Basel am Messeplatz 21 beim Swissôtel Le Plaza gezeigt.


Mediathek der Hochschule für Gestaltung und Kunst FHNW

Hier können die Videos auch bequem von zuhause aus angeschaut werden.


Alexandra Meyer «Geschmacklos», 2012
Alexandra Meyer «Geschmacklos», 2012