Spaziergang
Urbane Wildnis

Rheinuferweg
Dreiländerbrücke
Hafen & Klybeckquai

Dreiländer-Spaziergang

Veröffentlicht am von Janine Wagner

Janine — quer denken - geradeheraus schreiben.



Bitzli was tun und Bitzli was sehen – auf dem Spaziergang von Basel nach Huningue, über die Brücke nach Weil und auf der Kleinbasler Rheinseite zurück, kommst du samt freudestrahlendem Kind bestens unterhalten zu 10‘000 Schritten, sprich Tagesziel mehr als erreicht.

Sonntag, schönes Wetter, ich will raus. Da ich mich mit Kleinkind nicht einen Nachmittag entspannt an eine Buvette setzen und blöde Heftli lesen kann, muss ein Programm her, das ein wenig mehr Abwechslung und vor allem Bewegung bietet. Ich schnappe also den Kinderwagen, häng mir ganz tourimässig einen Fotokamera um den Hals und starte mein Nachmittagsprogramm bei der St.Louis-Buvette.  

Bereits beim Rheinpark würde ich mich zum ersten Mal gerne für einen  klitzekleinen Sonntags-Apéro in die Lounge setzen, aber wo kämen wir hin, wenn Mutti bereits nach 200 Metern eine Pause bräuchte, also weiter auf dem neuen, von Videokameras streng bewachten und leider etwas sterilen Rheinuferweg. Der Bub brabbelt vor sich hin, am Wegesrand begleiten uns baseldeutsche, elsässische und badische Gedichte.  

In Huningue geht es über die Dreiländerbrücke – übrigens die längste als Bogenbrücke ausgeführte Radfahrer- und Fussgängerbrücke der Welt – nach Weil am Rhein, dort wieder Flussaufwärts bis zum Grenzübergang und weiter zum Hafen, einem meiner Lieblingsdestinationen der Stadt, weil es sich hier so wunderbar fotografieren lässt. Auf dem Nordstern-Schiff gibt’s dann endlich meinen Apéro – wer will bekommt auch einen Burger und einen erstklassigen Platz zum Sünnele, erste Reihe Rheinsicht, kaum Leute hier am Sonntagnachmittag. Der Kleine krabbelt vergnügt auf Deck herum.

Nach beendeter Pause geht’s weiter in Richtung Klybeckquai,  meinem zweiten Lieblingsort der Stadt. Seit 2014 wuchert hier eine kunterbunte urbane Wildnis und es pocht das verrückt-wild-kreative Kultur-Herz. Spannend, schräg, witzig – ein Ort zum Herumspinnen, Traumschlossern und Purzelbäume schlagen. Klar, dass es da noch einen zweiten Apéro gibt, das Kind hat hier mehr als genug zu gucken und ich sowieso.

Auf der Zielgeraden vor der Johanniterbrücke kehren wir noch ein letztes Mal an einer der hübschen Buvetten ein und freuen uns über den gelungenen Nachmittag. Mutti und Kind sind glücklich und müde – check, Ziel erreicht.