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In seinem Violinkonzert schöpft György Ligeti aus den Vollen. Ein nur 25-köpfiges Orchester, aber das hat es in sich: jahrtausendealte Okarinas, asiatische Lotusflöten, viel Perkussion. Eine Musik, die sich Formen der der mittelalterlichen Notre-Dame-Schule ausleiht, bei Renaissance- und Barockmusikfloskeln auskostet, sich in javanischer Harmonik oder ungarischer und bulgarischer Folklore badet. Neuartige Klangeffekte ausserhalb des abendländischen Tonsystems und verschachtelte Rhythmen – dieses Konzert ist ein so virtuoses wie lebendiges Puzzle. Wie auch die Arien aus «Le Grand Macabre» ein schlagendes Beispiel dafür sind, dass Ligeti, dessen Geburtstag sich nun zum hundertsten Mal jährt, einer der faszinierendsten Komponisten aller Zeiten ist.

Dazu Gustav Mahlers 4. Sinfonie in einer neuen Instrumentierung von Nicolas Bolens. Sie erinnert uns daran, dass die Kraft einer Musik auch in ihrer Fähigkeit besteht, in verschiedenen Kleidern hervorragend auszusehen, oder mehr noch: dass diese verschiedenen Kleider jeweils andere Charakterzüge herausstreichen, scheinbar Bekanntes in neuem Licht zeigen…