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An der Schnittstelle von Stand-up Comedy, Performance, Videokunst, Tanz und Konzert sucht Ntando Cele nach Identität und Authentizität in den Lebensgeschichten Schwarzer Künstlerinnen von gestern und heute. Im ambivalenten Ambiente eines Nachtclubs hinterfragt sie – begleitet am Keyboard vom Komponisten Simon Ho – das Fortbestehen von Rassismus-Stereotypen in der Kunstwelt und erforscht den Schwarzen Frauenkörper im Licht von Exotik, Begehrlichkeit und Ausbeutung. Anhand der Rolle des Othello, traditionell von weissen Schauspielern gespielt, steckt sie den Rahmen ab, der einer Schwarzen Künstlerin auf europäischen Sprechtheater-Bühnen zugestanden wird. Wenn ein Schwarzer Schauspieler nicht einmal Othello spielen darf, auf welches Engagement soll dann eine Schwarze Schauspielerin hoffen?

Ntando Cele stellt sich selber aus – um endlich als sie selbst gesehen zu werden. Aber als was genau möchte sie gesehen werden? Es ist die Suche nach einem positiven Selbstbild, das nicht mehr nur ein Objekt der Phantasien und Ideen anderer Menschen ist, sondern ein Subjekt, das versucht, die Erzählung so zu kontrollieren, dass die Folgen der Vergangenheit aufgedeckt werden und gleichzeitig ein Ausweg daraus angelegt wird. Die Suche nach einem würdigen Platz in einer Welt, die vom Mythos der weissen Vorherrschaft beherrscht wird, der gewalttätige, bösartige und entmenschlichende Handlungen gegenüber People of Color in der Geschichte und in der Gegenwart rechtfertigt. Ist es möglich, sich von diesem kulturellen Hintergrund und seinen eigenen Erwartungen zu lösen? Ist es im deutschsprachigen Raum möglich, als Schwarzer auf der Bühne zu stehen, eine Schwarzer Künstlerin zu sein – und einfach als Mensch wahrgenommen zu werden?

Biografie
Die in Bern lebende südafrikanische Schauspielerin, Sängerin und Performerin Ntando Cele entwickelt seit 2005 in Afrika und Europa verschiedene Theater- und Performanceprojekte. Seit 2014 zusammen mit Raphael Urweider und Simon Ho als Manaka Empowerment Prod. In ihrem eigenen Stil und einer unverwechselbaren Sprache verwischen ihre Arbeiten die Grenzen zwischen Physical Theatre, Videoinstallation, Stand-up Comedy und Performance. Auf humorvoll-charmante und gleichzeitig exaltierte Weise verhandeln Cele und Urweider aus unterschiedlichen Perspektiven Schwarze und weisse Identität, Rassismus, Stereotypen und Vorurteile.