Kunstaffin &
Lebensfroh
Nino Weinstock

87 Jahre alt und kein bisschen (Kunst)-müde!

Veröffentlicht am Donnerstag, 04. Februar 2021 von Devina Solanki.

Kein Nino ohne Kunst und umgekehrt! Nino Weinstock widmete sein ganzes Leben der Kunst und Kultur und kann es kaum erwarten, seiner Leidenschaft wieder nachgehen zu können.

«Normalerweise wären wir jetzt mitten in der Planung für unsere jährliche Kunstreise nach New York», erklärt mir ein wehmütiger Nino und fährt weiter: «Ich kann es wirklich kaum erwarten, wieder reisen zu können!»


Nino war Werber. Knapp drei Jahrzehnte lang zeichnete er als Werbeleiter für die Basler Zeitung verantwortlich. Die ersten Kunstreisen organisierte er schon während seiner Anstellung dort. Sie führten jeweils in den Big Apple, eine ausgedehnte Mexiko-Rundreise stand aber auch schon auf dem Plan.



Mann von Welt

Nachdem Nino in Pension ging, legte er so richtig los. Zusammen mit seiner Frau Elisabeth und maximal neun Interessierten organisierten sie eine jährliche Kunstreise nach New York. «Weshalb genau neun Teilnehmer?», möchte ich wissen. Nino lacht: «Aus rein pragmatischen Gründen. Der Shuttle-Transporter vom und zum Flughafen lässt nicht mehr als elf Personen zu.» Auch Ausflüge in nahegelegene Bundesstaaten sind Gegenstand der Reise. Museen, Public Spaces, Künstlerateliers und Besuche in ausgesuchten Galerien stehen auf dem Programm. Die Galeristen kennt er alle persönlich. «Das sind wunderschöne Freundschaften, welche sich über die Jahre aufgebaut haben. Wir besuchen unsere Freunde dort und sie kommen regelmässig zu uns nach Basel», erklärt mir Nino.


«Ich kann es wirklich kaum erwarten, wieder reisen zu können!»


Nino war schon immer brennend an Kunst interessiert. Sein erstes Bild kaufte er sich 1953. Seitdem ist er an heimischen, wie auch internationalen Kunstmessen, in Museen und Ausstellungen unterwegs. Seine äusserst umfangreiche Kunstsammlung hat er kontinuierlich erweitert. Es ist vor allen Dingen die monochrome Malerei, die ihn fasziniert.


«Nino, welches sind deine Lieblingskünstler?», brenne ich darauf, zu wissen. «Da gibt es einige», antwortet Nino und nimmt sich einen Moment, um darüber nachzudenken. «Zu meinen Favoriten gehören sicher Barnett Newman aus New York, Winston Roeth aus Chicago, sowie Robert Smithson aus New Jersey. Letzterer betätigte sich neben der Malerei unter anderem auch als Land-Art-Künstler und hat sich mit seiner ungefähr 500 Meter langen monumentalen «Spiral Jetty» aus Steinen, Salz, Erde und roten Algen im Great Salt Lake in Utah einen Namen gemacht.


Zur Ruhe kommen? Nein danke!

Die Wohnung von Nino und Elisabeth ist voll von Werken erwähnter Artisten. «Eure Sammlung ist beeindruckend! Ihr verfügt ja über fast keine freie Fläche mehr», staune ich. «Das ist leider wahr, vor allen Dingen haben wir noch einige schöne Werken, welche wir gerne zeigen würden. Doch dafür fehlt uns schlicht und einfach der Platz», entgegnet mir Nino schmunzelnd.


«Zeit habe ich ja genug!»


Nino geht der Kunst auf den Grund. Nebst Beiträgen in unzähligen Magazinen, Katalogen und Büchern, veröffentlichte er 2001 sein Buch mit dem Titel «Radical Painting und Präsenz der Farbe in den achtziger Jahren». Seine Publikation beschäftigt sich mit monochromer Malerei in den verschiedensten Facetten.


Aufhören? Daran denkt er nicht einmal! Seit einer Weile beschäftigt er sich profund mit dem 1973 leider sehr jung verstorbenen Künstler Robert Smithson und dessen Lebenswerke, wozu auch die bereits erwähnte «Spiral Jetty» gehört. «Möchtest du etwas über ihn veröffentlichen?», nimmt es mich Wunder. «Wer weiss», schmunzelt Nino und sagt: «Zeit habe ich ja genug und die Thematik interessiert ja nicht nur mich!»


Nino, vielen Dank für den Einblick in eure Welt und das Näherbringen von Künstlern, welche wir bislang nicht kannten!