Smash it!
Cocktail Battle
Pot Still Bar

Auf Mix-Tour mit Marco Pan

Veröffentlicht am Freitag, 04. Oktober 2019 von Valérie Ziegler.

Dieser Mann ist nicht nur schneller als Peter Pan, sondern auch als ich trinken kann: Marco Panhofer mixt uns heute in der neuen Cocktailbar am Barfi, Pot Still, einen feurigen Whiskey Smash.

Auf heute habe ich mich besonders gefreut. Der Grund? Die Zutaten, welche Julian Bhorania aus der Styx Bar für Marco Panhofer ausgesucht hat: Kokosnuss, Ahornsirup und Ingwer. Marco muss nicht lange studieren: «Öh, geil! Aber die Kokosnuss lasse ich glaub weg.» Oh nein, wieso? «Ich hab' keinen Blender hier. Drum werde ich was Simples machen, und zwar einen Whiskey Smash. Mit Ahornsirup, etwas Minze ... das kommt gut.»

Er selbst ist ein Fan von reduzierten Drinks: «Ich finde es immer schön, wenn man die einzelnen Komponenten rausschmeckt.»



Whiskey also. Ich hätte auf Rum getippt. «Ja, das ging mir auch durch den Kopf. Aber erstens bevorzuge ich persönlich Whisk(e)y, und zweitens wollen wir im Pot Still dafür bekannt sein.»

Wie der grosse Bruder Hinz & Kunz wird nämlich auch die feine, kleine Cocktailbar am Barfi – welche am 10. Oktober offiziell Eröffnung feiert –, ihren Fokus auf Whisk(e)y legen.


«Du musst einfach schnell sein!»

Marco ist schon lange am «muddlen». Ingwer, Ahornsirup, Zitronensaft, etwas Minze ... «Und noch ein bisschen Zitronengras, für eine angenehme Frische.» Speedy Gonzales probiert: «Mhmmm, kommt gut!»

Marco ist eindeutig ein Mann der Taten. Ruckzuck geht's zu und her, ich komme fast nicht nach.

Vielleicht will er sich aber auch einfach nur vor den Fotos drücken. «Du hast recht, ich werde wirklich nicht so gerne fotografiert», schmunzelt der 25-Jährige, den Shaker bereits in der Hand.

«So, nun noch was Schönes obendrauf ...» Wie jetzt, schon fertig? «Ich habe gelernt, schnell zu arbeiten. Nicht nur während meiner EBS-Ausbildung in Berlin, sondern auch während den anderthalb Jahren im Soho und den zwei Jahren im Hinz & Kunz natürlich. In einem Laden, der gut läuft, musst du einfach schnell sein!»



Im Pot Still soll es allerdings etwas gemütlicher zu und hergehen. In behaglichen Sesseln geniesst man hier vor allem kreative Whisk(e)y- und Rum-Cocktails. «Ein Grossteil unserer Spirituosen stammt aus dem Pot Still, sprich Alkohol, der im Kupferkessel destilliert wurde», erklärt Marco, und schwärmt vor allem von ihrer tollen Auswahl an irischen Whiskys.

Von Mittwoch- bis Samstagabend geöffnet (an den Wochenenden bis 4 Uhr in der früh!) dürfte die schäbige Barfi-Gegend neben der Bibliothek Bar (mit Fokus auf Mezcal) und dem Baragraph (eine relaxte Oase für ein Feierabendbierchen) mit dem Pot Still also einen weiteren angenehmen Aufwind verspüren. Gute Drinks, guten Jazz, entspanntes Ambiente – eine classy Bar, von denen es in unserer lieben Stadt noch viel zu wenige gibt!

Auch Marco kann's kaum erwarten: «Ich freue mich auf diese neue Chance. Insbesondere auch darauf, hier vermehrt eigene Infusionen und Sirups kreieren zu können.»


Chame!

So, jetzt aber Drink probieren! Der Chili kitzelt superangenehm in der Nase, bevor sich der intensive Ingwer-Geschmack im Gaumen verbreitet. «Dä cha öbis, gäll!?», reagiert Marco sofort. Oh ja – und vor allem ist er auch perfekt, wenn man grad ein bisschen erkältet ist.

Auch Marcos Chef, Daniel Mumenthaler, probiert und meint: «Chame. Fein. Gfallt mr. Komplimänt!»


Geschafft: Pot Still hat einen weiteren Drink auf ihrer jungfräulichen Karte. Du weisst also, was du am 10. Oktober (um 10 nach 10 abends) zu tun hast! Neben dem «Spicy Smash» von Marco wird es zum Opening auch Fish & Chips geben. Eine Ausnahme. «Gekocht wird hier nur in flüssiger Form. Wer braucht neben Mc Donald's und Döner schon zusätzliches Essen», witzelt Marco.



Vor lauter Tempo und Spicy Smash hätten wir's fast vergessen: Wen möchte Marco als nächstes am Shaker sehen? «Joe Farr aus der Bibliothek Bar. Ein kleiner Freak, und für mich einer der coolsten Barkeeper in Basel!»


Okay, Joe – let's smash it!


Übrigens: Ja, die Whisk(e)y-Sache ist ähnlich nervig wie die gute Freund*in. Aber weil man es diesbezüglich in der Bar-Szene sehr ernst nimmt, hier eine kurze Aufklärung:

Whisky = Scotch Whisky (also schottischer Whisky)

Whiskey = irischer und amerikanischer Whiskey

(Falls du mir ein überflüssiges oder verloren gegangenes «e» anhängen willst: Trink lieber (noch) einen Spicy Smash!)


Spicy Smash

1 Stück Ingwer (ca. 2cm)

1 Halm Zitronengras

etwas Minze

1cl Ahornsirup

3cl Zitronensaft

1cl Zuckersirup

Zusammen auspressen («muddlen»).


5cl Rittenhouse Rye Whiskey

1cl Soda

3 bis 4 Spritzer The Seventh Sense Ginger Habanero Bitter

Gesamte Mixtur shaken und ins mit Eis aufgefüllte Glas leeren. Mit etwas Minze, Chilifäden und Limette garnieren, 3 bis 4 Spritzer vom Ginger Habanero Bitter drüber – und: geniessen!



Marco Panhofer, 25, Barkeeper in der neuen Pot Still Bar


Bitte vervollständige den Satz: Du mixt am liebsten ...

... mit Whisk(e)y!

In welchem Moment wärst du am liebsten in deinem Shaker versunken?

Wenn der Shaker in der Hand plötzlich auseinander fliegt. Ist mir in drei Jahren zum Glück nur einmal passiert. Oder an Competitions. Mein Chef will, dass ich da mitmache. Ich wäre in dem Moment viel lieber im, statt hinter dem Shaker.

Welchen Drink könnte man in deinen Augen von den Karten streichen?

Coladas! (Zumindest in der Schweiz. In der Karibik sieht es anders aus.)

Lieblingsbar:

Door 74 in Amsterdam

Du als Spirituose:

Ein fassstarker Whisk(e)y

Welchen Beruf hätten sich deine Eltern für dich gewünscht?

Alles ausser Gastro (sie sind selbst Gastronomen, betreiben das Jägerstübli in Allschwil). Früher war ich mal in der Chemie tätig, Wahrscheinlich hätten sie nichts dagegen, wäre das so geblieben. (lacht)

Dein Rezept gegen Kater?

Bloody Mary. Und ein Liter Wasser trinken vor dem Schlafen.

Tag oder Nacht?

Nacht. Definitiv.

Seit wievielen Jahren arbeitest du als Barkeeper?

3.5


Smash it!

Drei Zutaten, ein Shaker: In der Serie «Smash it!» werden regelmässig lokale Barkeeper herausgefordert, aus zwei von drei mitgebrachten Zutaten spontan einen möglichst spannenden Drink zu kreieren. Was sonst noch ins Mixglas kommt, ist ihnen überlassen.

Mixologen sind mehr als bloss Bartender; Aperol Spritz und Gin & Tonic mittlerweile nur noch langweilige Relikte auf einer raffinierten Cocktailkarte.

Die Basler Barszene wächst stetig. Und wir haben das Glück, die kreativsten Talente in unserer Stadt zu haben. Grund genug, einen genaueren Blick in die verschiedenen Gläser zu werfen – und damit anzustossen!