Es klimpert und knirscht, scheppert und surrt. Allein die Akustik verrät: Wir befinden uns im Museum Tinguely. Die grösste Werksammlung von Jean Tinguely wird hier gelagert und ausgestellt, rund 130 Skulpturen und 2000 Arbeiten auf Papier. Seit Anfang 2023 bietet dir das Museum in einer neuen, vielseitigen Präsentation unter dem Titel «La roue = c’est tout» einen spannenden Einblick in das Schaffen des Künstlers.

Schon der Titel verdeutlicht: Jean Tinguely war von Rädli fasziniert, hatte eine kindliche Freude an allem, was drehte und sich bewegte, an Geschwindigkeit – ja, auch an schnellen Autos. Lustvoll dekonstruierte er Maschinen und baute sie als Meister der sinnlosen Bewegung zu neuen Objekten zusammen. Das Motiv des Rads zieht sich dabei durch all seine Schaffensphasen.

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17 Meter lang, acht Meter hoch: Utopia ist die grösste und einzige begehbare mechanische Skulptur von Jean Tinguely.

Faszination auf Knopfdruck

Tinguelys Leidenschaft für alles, was sich bewegt, macht das Museum heute zu einem faszinierenden Ort für Gross und Klein. Zahlreiche der ausgestellten Kunstwerke können über Knöpfe in Bewegung versetzt werden – unmittelbar findet hier eine Interaktion mit dem Kunstwerk statt, wird Kunst erleb- und meist auch deutlich hörbar. Eine wahre Freude ist dieses Spektakel, man könnte stundenlang hier verweilen.

 

Dass Tinguely das Spektakel liebte, wird auch in zahlreichen Filmaufnahmen deutlich. Er baute Maschinen aus Schrott und Alltagsgegenständen, die allein dem einen Zweck dienten, sich selbst zu zerstören. Einmal in Gang gebracht, war das Ende unaufhaltsam. Der Verlauf der Zerstörung war zwar oft ganz anders, als von Jean Tinguely ursprünglich geplant, doch auch das Unvorhergesehene gehörte eben zum Happening.

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Unverhofft beginnt das «Ballet des Pauvres» aus dem Jahr 1961 jeweils zu zucken und zu scheppern.

Jean Tinguely – facettenreich und innovativ

Jean Tinguely arbeitete liebend gerne mit befreundeten Künstlerinnen und Künstlern an grossen Gemeinschaftswerken. In einem Wald nahe Milly-la-Forêt (Frankreich) steht zum Beispiel die riesige Metall-Skulptur «Le Cyclope», die er gemeinsam mit Niki de Saint Phalle realisierte. Die Arbeit daran ist ebenfalls auf Filmmaterial im Museum zu sehen.

 

Unzählige Fotos und Filme, monumentale Werke und humoristische Spielereien, filigrane Zeichnungen und Notizen machen überdeutlich: Das Schaffen von Jean Tinguely war nicht nur enorm umfangreich, sondern auch innovativ und voller Facetten. Zum Lachen und zum Fürchten, zum Staunen und zum Kopfschütteln. Je länger man sich in der Ausstellung aufhält, desto sympathischer wird einem dieser «Jeannot», desto mehr möchte man von ihm erfahren. Der immense Umfang der aktuellen Ausstellung lässt es jedoch nicht zu, innerhalb eines Besuchs alles zu sehen. Aber hey, komm doch einfach wieder!   

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La roue – c’est tout

Erstmals seit der Gründung des Museums 1996 wird die Werksammlung Jean Tinguelys wieder in der grossen Halle des Hauses ausgestellt. Ergänzt durch einige Leihgaben wichtiger Schlüsselwerke eröffnet sich damit ein umfassender Überblick über das Schaffen des im Gundeli aufgewachsenen Künstlers.

«La roue – c’est tout» ist aufgeteilt in seine wichtigsten Werkphasen. Von beweglichen Reliefs über die legendären Zeichenmaschinen, Radioskulpturen oder pyrotechnische Installationen, Bühnenarbeiten, Fotografien, Filme, Skizzen und Notizen – die Ausstellung ist so vielseitig und sympathisch wie das Werk des Künstlers selbst. «La roue – c'est tout» ist bis im Frühjahr 2025 im Museum Tinguely zu sehen.

tinguely.ch

Dieser Partner-Content ist in Kooperation mit unserem Partner «Museum Tinguely» entstanden.
Museum Tinguely
Das Museum Tinguely liegt direkt am Rhein und wurde vom Tessiner Architekten Mario Botta entworfen und 1996 eröffnet. Es beherbergt die grösste Werksammlung von Jean Tinguely (1925–1991), einem der innovativsten und wichtigsten Schweizer Künstler des 20. Jahrhunderts.