Am 19. Mai feiert Alexander Honolds «Liebeslinien» Buchvernissage im Bider & Tanner. Der Literaturwissenschaftler zeichnet darin Ingeborg Bachmanns Werk als «Schreiben in Beziehung» nach und beleuchtet, wie ihre Beziehungen ihr Schreiben geprägt haben.

Dass der literarische Kanon ein Mythos ist, der sich schon viel zu lange hält und noch immer von so einigen Bücherwürmern aufrechterhalten wird, ist ziemlich schade. Orientiert man sich beim Lesen an diesem sogenannten Kanon, gehen einem wunderbare Werke aus der Literaturgeschichte durch die Lappen, die vielleicht sogar zum neuen Lieblingsbuch hätten werden können. Ein Glück, dass mittlerweile auch das Interesse an den Schreibenden wächst, die entweder gar nicht im Scheinwerferlicht oder bloss im Schatten anderer standen. Eine Autorin, die zwar durchaus sehr erfolgreich war, in Kanondiskussionen aber trotzdem häufig hinter ihren männlichen Zeitgenossen zurückfällt, ist Ingeborg Bachmann. Wir mussten wohl alle in der Schule mindestens ein Buch von Max Frisch und bestimmt auch mal ein Gedicht von Paul Celan lesen. Bachmann hingegen? Fehlanzeige.

Wieso ausgerechnet Frisch und Celan als grosse Kanonlieblinge genannt werden: Mit beiden führte Bachmann Beziehungen. Und über alle drei hat der Literaturwissenschaftler Alexander Honold ein Buch geschrieben, das im Bider & Tanner Vernissage feiert. In «Liebeslinien. Ingeborg Bachmann in ihren Literaturbeziehungen mit Paul Celan und Max Frisch» wirft der Professor der Uni Basel einen neuen Blick auf Bachmanns Arbeit. Er beschäftigt sich darin mit den Verbindungen zwischen ihrem und Celans und Frischs Werk. «Schreiben in Beziehung» nennt er das, denn Bachmanns Texte stehen häufig in einem Dialog zu denen ihrer Partner und öffnen so neue literarische Räume.

Buchvernissage: «Liebeslinien»

Bider & Tanner
Aeschenvorstadt 2

Dienstag, 19. Mai, 19.30 Uhr

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