Von der Kleinbasler Utengasse hinaus in die grosse weite Welt. Der Jazzcampus Basel mit seiner herausragenden Architektur gilt als international renommierte Ausbildungsstätte für Jazzmusikerinnen und -musiker. Hier wird Jazz gefördert und gelebt!

Dass der Jazzcampus in der unscheinbaren Kleinbasler Utengasse zuhause ist, passt irgendwie ganz gut zum Basler Understatement – jene bescheidene Zurückhaltung, welche tief verwurzelt ist in der Kultur unserer Stadt. Hinter dem Eingangstor verbirgt sich ein riesiger Freiraum und ein inspirierendes Labor für Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker, deren Dimension von aussen betrachtet nur schwer zu erfassen ist. Der von den Basler Architekten Buol & Zünd errichtete und vielfach ausgezeichnete moderne Campus umfasst einen idyllischen Innenhof, zahlreiche Proberäume, Studios, einen öffentlichen Jazzclub sowie unzählige Nischen und Ecken, die zum gemeinsamen Jammen und Improvisieren einladen. Genau so wie es der Jazz will.

Typisch Jazz

Das tägliche Gewusel aus rund 200 Schülerinnen und Schülern der Musikschule Jazz der Musik-Akademie Basel, über 120 Studierenden sowie international renommierten Dozentinnen und Dozenten des Instituts Jazz der Hochschule für Musik Basel FHNW wird von der Co-Leitung bestehend aus Sarah Chaksad, Patrik Zosso und Michael Beck in enger Zusammenarbeit mit dem Musikschulleiter Kaspar von Grünigen zusammengehalten – oder um es dem musikalischen Kontext angemessen auszudrücken – orchestriert. Alle drei Leitungspersonen sind gestandene, erfahrene und gefragte Profis und rund um die Uhr beschäftigt – innerhalb und ausserhalb des Campus. Sarah ist Saxofonistin und komponiert für grosse Ensembles, Patrik ist auf Studio- und Produzentenarbeit spezialisiert und Michael ist als Pianist und Dozent äusserst aktiv und engagiert. Typisch für den Jazz, hat jeder ein unterschiedliches Profil, welches im Zusammenspiel erst recht zur Geltung kommt. «Unsere Co-Leitung des Instituts Jazz FHNW und unsere verschiedenen Engagements widerspiegeln das fassettenreiche Berufsbild einer Jazzmusikerin oder eines Jazzmusikers ganz gut. Die meisten Jazzmusikerinnen und -musiker gehen verschiedenen Funktionen nach und sind in mehreren Projekten involviert», sagt Sarah im gemeinsamen Interview, für welches sich alle drei zusammen Zeit genommen haben.

Der Community-Gedanke und der generationenübergreifende Austausch seien ihnen besonders wichtig, betont Patrik, während wir eine Tour über den Campus unternehmen und den von moderner und imposanter Backstein-Architektur umgebenden Innenhof überqueren. «Der Innenhof bildet das Herz des Campus und verfügt sogar über einen offenen Kamin.» Man stelle sich nur die stimmungsvolle Atmosphäre vor, wenn hier an lauen Sommerabenden spontan zusammen musiziert wird. «Solche Szenen passieren andauernd und werden durch die Architektur und die geschaffenen Freiräume auf dem ganzen Jazzcampus gefördert», erzählt Sarah.

Als Dozentin oder Dozent muss man damit klarkommen können, dass man von den Studierenden auch mal an die Wand gespielt wird.
Michael Beck, Co-Leitung Jazzcampus Basel

Ein Labor für die künstlerische Entwicklung

Wir laufen dabei immer wieder Schülerinnen und Schülern der Musikschule Jazz sowie Studierenden des Instituts Jazz der Hochschule für Musik Basel über den Weg. Das Aufnahmeverfahren für letztere ist hart. Nur gerade 10 % aller Bewerbenden erhalten einen Platz für die der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW angegliederte, international angesehene Jazz-Ausbildungsstätte. Wer hier ausgebildet wird, gehört zu den absolut Besten. «Als Dozentin oder Dozent muss man damit klarkommen können, dass man von den Studierenden auch mal an die Wand gespielt wird», sagt Michael schmunzelnd und setzt sich, im Jazzcampus Club angekommen, an einen von 20 Flügel der weltweit führenden Hersteller wie Steinway & Sons, Bösendorfer & Co., die verteilt über den ganzen Campus vorzufinden sind. Im authentischen, mit rund 100 hölzernen Stühlen ausgestatteten, abgedunkelten Jazzclub finden regelmässig öffentliche Konzerte statt, wo namhafte Musikerinnen und Musiker sowie Studierende auftreten und Jazz vom Feinsten präsentieren.

Der Jazzcampus bietet für alle Entwicklungsstufen und alle Interessen die ideale Infrastruktur. «Die Musik steht immer im Zentrum. Jeder Raum dient dem Zweck und verfügt über eine perfekt abgestimmte Akustik für die jeweiligen Instrumente», schwärmt Michael und Sarah ergänzt: «Es ist die Kombination, welche die Qualität des Jazzcampus ausmacht. Man soll sich hier wohl, zuhause und gut betreut fühlen.» Der Campus zeichnet sich durch 49 Musikzimmer, Musiksäle, Aufnahmestudios, Performanceräume, Bibliothek, Bar und Café aus – hier wird Jazz nicht einfach nur gefördert, sondern intensiv gelebt. Der Jazzcampus stellt den Studierenden letztendlich ein Versuchslabor zur Verfügung, in welchem sie sich austoben und künstlerisch weiterentwickeln können, betont Patrik. «Macht euer Ding», «Habt Freude», «Glaubt an das, was ihr macht» – so die Message des Co-Leitungs-Trios an die Studierenden. Drei Stimmen, eine Harmonie – wie bei einer perfekt eingespielten Jam-Session.

Jazzcampus Basel

Utengasse 15
jazzcampus.com
Institut Jazz | FHNW