Im Les Trois Rois geht die grosse Welt ein und aus. Sie reist mit Privatjet und Luxuskarosse an - oder mit Tram oder Velo. Ein Besuch im exklusivsten Hotel der Stadt, das herzliche Gastfreundschaft lebt und an dessen Duft man sich noch lange erinnert.

Sobald einem der Portier die Türe öffnet, riecht man ihn: Den Duft der Könige. Zurückhaltend ist er und gleichzeitig prägnant. Erinnert an Heimat und Gemütlichkeit. Ist wohlig warm und freundlich. Dieser Duft ist nur einer von vielen stimmigen Details im Grand Hotel Les Trois Rois, diesem Haus, das seit knapp 350 Jahren die namhaftesten Menschen aus Literatur, Politik, Wirtschaft, Kunst und Kultur beherbergt. Auch für die Baslerinnen und Basler gehört das Hotel zu den feinsten und wichtigsten Adressen der Stadt. Hier trifft man sich auf einen Nachmittags-Tee oder gönnt sich einen Feierabenddrink. Die drei Könige über dem Haupteingang verkleiden sich während der Fasnacht traditionell in drei Waggis.

Das Les Trois Rois gehört zu Basel wie das Münster, der Barfi und der Rhein. Und ist für die Stadt auch überaus typisch. Es gehört zu den ältesten Hotels der Schweiz und betreibt eines der weltweit besten Restaurants. Drei Sterne und 19 Gault Millau-Punkte hält das Cheval Blanc by Peter Knogl seit Jahren. Das Hotel zeigt sich dennoch baslerisch bescheiden und unaufdringlich. Wer sich hier hineinwagt (und das darf man ruhig!) entdeckt charmante Details, herrliche Blumen, schiefe Treppen, Quasten, Ornamente, Kristall, Samt und Seide und vor allem: ansteckende Herzlichkeit und Gastfreundschaft.

«Ich habe selten bei einer Belegschaft solch grosse Leidenschaft erlebt»
Mark Jacob, Hotelmanager

Die ist es denn auch, die Hotelmanager Mark Jacob beim Gespräch in der Bibliothek, einem seiner liebsten Orte im Hotel, besonders hervorhebt. «Ich habe selten bei einer Belegschaft solch grosse Leidenschaft erlebt», lobt er sein Team. «Bis auf den Haustechniker denken hier alle gastorientiert und sind bereit, dann zu leisten, wenn der Gast es braucht.» Grosse Worte von einem, der sich in der Branche bestens auskennt. Mark Jacob ist schon in einem Fünf-Sterne-Hotel aufgewachsen. Seine Eltern leiteten das Suvretta House in St. Moritz. «Wir wohnten in der Einlegerwohnung und bekamen hautnah mit, was es bedeutet, Hotellier zu sein», erzählt er.

Mit aber nicht im Luxus aufgewachsen
Bereits als Kind vermittelten ihm seinen Eltern: Das Hotel ist eine Bühne, die man bespielt, auch wenn man selber nicht zum gesellschaftlichen Kreis der Gäste gehört. Und weil die Eltern rund um die Uhr für die Gäste da waren, mussten die Kinder zuhause auch selbst anpacken. «Bis heute bin ich sehr an Technik und Handwerk interessiert. Und ich mag Details. Das kommt mir in der Hotellerie und vor allem auch im Les Trois Rois zugute.» Bevor Mark Jacob seine Karriere in der Luxus-Hotellerie startete, war er ein Jahr lang als Profi-Snowboarder unterwegs. Danach: École Hôteliére de Lausanne, Cornell University, Paris, Rom, San Francisco. 2008 kam er ins Dolder Grand nach Zürich. Seit 2024 ist er General Manager im Hotel Les Trois Rois.

«Ohne partout innovativ sein zu wollen; ein Haus wie das Les Trois Rois muss mit der Zeit gehen.»

Hier trägt er fast 350 Jahre Geschichte mit und eine Gästeliste, die einen glauben lässt, man habe sich verhört: Königin Elizabeth hat schon an der Schifflände genächtigt, Johann Wolfang von Goethe ebenfalls, zudem der Dalai Lama, Bob Dylan, Franz Liszt, Pablo Picasso, Voltaire und The Rolling Stones – da könnte man sich auch mal zufrieden zurücklehnen und geniessen. Nicht so Mark Jacob. Das Haus lebt Geschichte, dennoch richtet Mark Jacob seinen Blick gerne nach vorne – getreu dem Claim des Hauses: «Rich in History, Young at Heart». «Ich lebe in der Gegenwart und mag den Moment», erklärt er pragmatisch. «Stillstand bringt uns nicht nach vorne, er macht eher träge und blind. Ohne partout innovativ sein zu wollen; ein Haus wie das Les Trois Rois muss mit der Zeit gehen.» Da hilft der Blick über die Grenzen blei gleichzeitig starker Verankerung und Rückhalt in Basel. «Wir müssen einzigartig bleiben», ist sich Mark Jacob sicher. «Dazu gehört, dass wir uns laufend hinterfragen.»

Immer am Puls der Stadt
Mit dem 2025 vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron transformierten Kopfbau am Blumenrain 2 hat sich das Haus definitiv ins nächste Level katapultiert. Dass es früher einmal eine Bank war, sieht man dem Gebäude nicht mehr an – allein der Name vom Restaurant Banks im Erdgeschoss weist noch darauf hin und die Treppenstufen, die den Höhenunterschied vom einen zum anderen Hausteil überbrücken. Ansonsten findet sich hier ein herrlich reduzierter Wellbeing-Bereich im japanischen Stil mit Blick auf das Gewusel an der Schifflände. Überdies wurden sieben Designer-Zimmer geschaffen – darunter die 240 Quadratmeter grosse Suite des Rois mit privatem Gym, eigener Küche, begehbarer Ankleide, Lounge und mehreren Schlafzimmern und Bädern. Königlich allemal!

Mark Jacob ist auch nach all den Jahren in der Luxushotellerie fasziniert vom Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Damit sie sich in Basel wohlfühlen, tut er gemeinsam mit seinen 220 Mitarbeitenden alles für einen persönlichen und individuellen Service. Dass neben Hotelgästen auch Locals hier verkehren, ist eine kleine baslerische Besonderheit. «Als Gast kann man hier den Puls der Stadt erleben», so Mark Jacob. Gleichzeitig ist das Les Trois Rois für die Baslerinnen und Basler ein Ort, an dem die grosse Welt ein- und ausgeht. Einer der noch nie da war, mit dem Mark Jacob aber sofort einen Whisky Sour an der Bar trinken würde, ist Wolodymyr Selenskyj. «Die Energie dieses Mannes beeindruckt mich sehr.» Sollte Selenskyj jemals ins Les Trois Rois kommen; die Bühne hätte er sich verdient und die Suite des Rois wäre ihm wohl sicher.

Kurzgeschichte Grand Hotel Les Trois Rois

Erstmals erwähnt im Jahr 1681 wurde das heutige Hauptgebäude 1844 im Stil des Klassizismus nach Plänen des Architekten Amadeus Merian erbaut. 1902 kam der Kopfbau an der Schifflände hinzu, wurde jedoch vorerst als Hauptsitz der Basler Kantonalbank konzipiert und erst später Teil des Hotels.

Nach diversen Umbauten und Besitzerwechseln kaufte der Dentaltechnik-Unternehmer Thomas Straumann 2004 das Hotel mitsamt dem Kopfbau und liess den Zustand von 1844 wiederherstellen. 2006 wurde das Haus unter dem Namen Les Trois Rois wiedereröffnet. Der letzte Umbau, die Renovierung des Kopfgebäudes durch die Architekten Herzog & de Meuron, war 2025 abgeschlossen. Heute befinden sich hier das Restaurant Banks, sieben modernen Design-Zimmer, wandelbare Eventräume und ein Wellbeing-Bereich nach japanischem Vorbild.

lestroisrois.com