Wenn im Deutschunterricht früher über Theatertexte diskutiert wurde, konnte ich damit meistens nicht so viel anfangen. Ganz verstehen konnte ich nie, wieso wir diese Texte lesen mussten und nicht einfach die Stücke schauen durften, aber geblieben ist mir trotzdem etwas und zwar das Konzept der Katharsis. Die emotionale Befreiung von inneren Konflikten, die durch Tragödien erreicht werden kann, fand ich immer spannend, auch wenn ich sie durchs Lesen der – doch oft eher langweiligen – Schullektüre nie erreichen konnte. Wo ich mir aber tatsächlich grössere Hoffnungen auf die emotionale Befreiung mache: Beim Besuch des Konzerts des Collegium Musicum Basel (cmb) im Stadtcasino zum Thema «Trauer und Trost».
Dirigiert von Joachim Krause treten das cmb und der Basler Bach-Chor gemeinsam auf. Sopran singt Amelia Scicolone. Gesungen und gespielt werden an diesem Abend Francis Poulencs «Stabat Mater» und «Gloria» und Claude Debussys «Le Martyre de Saint Sébastien». Zur Katharsis führen könnten diese Stücke durchaus. Zwar nicht im herkömmlichen Sinne, in dem es ja doch eher um den düsteren Untergang eines Helden geht, aber wenn das Orchester und der Chor sich gemeinsam den ergreifenden Stücken Poulencs und Debussys widmen, bleibt trotz gelöster Klänge kein Auge trocken.
cmb-Konzert: Trauer und Trost
Stadtcasino Basel
Konzertgasse 1
Freitag, 6. März, 19.30 Uhr