Das Gundeldinger Feld, die Alte Markthalle, das Franck Areal, das Gärtnerhaus, das Walzwerk, das Klara, das Stellwerk im St. Johann oder das Unternehmen Mitte – wenn es um den Erhalt von Gebäuden geht, um sanfte Renovationen und neue Nutzungsformen, dann hat die Architektin Barbara Buser ihre Finger im Spiel. Sie rettet Bauwerke vor dem Abriss und passt sie mit wiederverwendetem Material den heutigen Bedürfnissen an. Diversen Industriearealen hat sie so bereits neues Leben eingehaucht. Nun läuft ein Porträt über sie im Kino.
Seit 70 Jahren lebt Barbara Buser im Gundeli. Gemeinsam mit Büropartner Eric Honegger und den Mitarbeitenden ihres Baubüros in situ kümmert sie sich um ungenutzte Gebäude und schafft neue urbane Lebensräume. Es geht ihr dabei nicht um Profit, sondern um eine «Caring Economy». Darum, dem Miteinander und der Umwelt Sorge tragen. So hat sie im Laufe ihrer Karriere in Basel mehr Gebäude vor dem Abriss bewahrt, als Herzog & de Meuron hier gebaut haben. Und damit Orte geschaffen, die einzigartig sind, wild und kreativ. Orte, die Menschen zusammenbringen.
Lebensfroh, offen und zugewandt wirkt Barbara Buser denn auch im Porträt, das ab dem 15. April im kult.kino zu sehen ist. Als junge Architektin baute sie im Südsudan Brunnen, arbeite später in Tansania und wurde schliesslich die erste Fährifrau Basels. «In Tansania habe ich gelernt, dass es keinen Abfall gibt», sagt sie im Film. «Was der eine wegwirft, ist für den anderen ein Rohmaterial.» Barbara Busers Ziel ist es, grundsätzlich NICHT zu bauen. Sie respektiert, was bereits da ist und versucht, den Bestand nicht zu vernichten, sondern mitzunehmen in eine nächste Phase. So steht sie heute für einen sorgfältigen Umgang mit der Umwelt und dem Miteinander. Sie ist ein Vorbild. Als Architektin, als Frau in einer Männerdomäne und als Mensch, der für eine nachhaltigere, gerechtere Umwelt kämpft.
Zur Person
Barbara Buser ist 1954 in Zürich geboren, studierte an der ETH Architektur und war danach zehn Jahre im Dienst für technische Zusammenarbeit im Sudan und in Tansania.
1995 war sie Mitbegründerin des Vereins «Bauteilbörse Basel», 1998 gründete sie mit Eric Honegger das Baubüro Mitte (unterdessen baubüro in situ) für die Umnutzung der ehemaligen Volksbank zum Unternehmen Mitte. Weitere Projekte sind das Gundeldinger Feld, die Alte Markthalle, das Walzwerk-Areal in Münchenstein, das Hanro-Areal Liestal oder auch das Kindl-Areal in Berlin. Barbara Buser wurde mehrfach für ihr nachhaltiges Schaffen ausgezeichnet, zuletzt 2024 mit dem Basler Kulturpreis.
insitu.ch
Barbara Buser - Pionierin der Nachhaltigkeit
ein Film von Gabriele Schärer
Vorpremiere am Mittwoch, 15. April, um 18 Uhr im kult.kino. Im Anschluss Gespräch mit Barbara Buser.
barbarabuser-film.ch