Die zeitgenössische Kunst setzt sich mit dem Leben, dem Alltag und seinen Ausnahmezuständen auseinander. Immer öfter geht es hier auch um das Nicht-Fiktionale, faktisch «Echte», um «the real thing» – was in den vergangenen Jahren auch vermehrt zu einer Politisierung führte. Die Welt ist in Unruhe. Kein Wunder also, dreht sich auch die Kunst um Protest, Machtmissbrauch und Kriegswahnsinn. Seit 2013 durchleuchtet «It’s The Real Thing» die Hinwendung zum Realen in der Kunst und ist somit europaweit in seiner Ausrichtung einzigartig.
Theaterabende und Programmpunkte, die lange nachhallen
Nach einer Pause findet nun vom 25. bis am 29. März die fünfte Ausgabe vom Festival der dokumentarischen und propagandistischen Künste statt. Erwartet werden einmal mehr international herausragende Kunstschaffende mit aufsehenerregenden Werken. So wird das Festival zum Beispiel durch den derzeit schillerndsten Islamwissenschaftler Europas eröffnet: Ahmad Milad Karimi stellt die Frage: Ist der Glaube die letzte Fiktion? Auch das Stück «Die Braut und Goodnight Cinderella» sorgte bereits international für Furore – es ist als Auftakt in der Kaserne zu sehen. Ein weiteres Highlight ist «The Making of Pinocchio»; hier geht die Verwandlung der Holzpuppe zum Menschen einher mit einer Gendertransition. Auch Manuel Gersts «Die Verwandlung» oder «Ibsen:Gespenster» von Markus&Markus Theater kollektiv versprechen Theaterabende, die lange nachhallen.
Daneben gibt es weitere Performances, Filme, Vorträge, Gespräche sowie die Ausstellung «Uncanny Valley» im City SALTS, der bisher grössten in dem Kunstraum an den Ufern der Birs. Das Festival bietet an verschiedenen Spielorten ein reichhaltiges Programm voller Kühnheit, Pathos, Charme und Schalk – eine Liebeserklärung an die Kunst und das Theater.
It’s The Real Thing
Vom 25. bis 29. März 2026
Das Festival an verschiedenen Spielorten statt.
itstherealthing.ch
Das Festival wurde 2013 vom Basler Regisseur und Autor Boris Nikitin ins Leben gerufen. Anders als der Untertitel vermuten lässt, geht es nicht um eine Repräsentation des dokumentarischen Genres, sondern darum, wie das Nicht-Fiktionale angeeignet, gefälscht, irritiert, unterlaufen, transformiert, propagiert, zerstört oder verwandelt werden kann. Im Mittelpunkt steht der künstlerische Akt. Der Titel «It's The Real Thing» ist einer ehemaligen Coca-Cola-Kampagne entliehen.
Das ganze Programm und weitere Informationen: itstherealthing.ch
Das Festival der dokumentarischen und propagandistischen Künste beleuchtet, wie wir Wirklichkeit darstellen, imitieren, propagieren und produzieren.