Als YumiHana vor bald sechs Jahren an die Schneidergasse kam, warteten die Baslerinnen und Basler freudig. Endlich konnten sie auch hier original koreanische Produkte kaufen. Bis anhin mussten sie dafür nach Zürich reisen - oder gleich nach Seoul. Dass der Direktimporteur für authentische koreanische und japanische Lebensmittel, Kosmetik und Haushaltswaren von Anfang an überrannt wurde, hat nicht nur mit Hallyu zu tun, der anhaltenden koreanischen Welle, die seit einigen Jahren K-Pop, K-Dramas und K-Beauty in die europäischen Wohnungen spült. Der Familienbetrieb hatte sich in der Schweiz über Jahre hinweg einen Namen gemacht. «Dabei kamen meine Eltern 1971 eigentlich in die Schweiz, um im Kinderdorf Pestalozzi Auslanderfahrung zu sammeln», erzählt Kyung-ah Lee Dusapin, die das Unternehmen heute mit ihren beiden Brüdern führt. «Von Auswanderung war nie die Rede.»
Mit Geschäftssinn und enormem Fleiss
Dennoch eröffnete die Mutter mit über 50 Jahren noch ein Koreanisches Restaurant in Zürich, das alsbald mit Gault Millau Punkten überhäuft wurde. Als sie das Restaurant Jahre später aufgab, blieb ihr das Lager mit all den einst mühevoll importierten, hochwertigen Produkten. «So begann sie, die Ware in der Garage unseres Wohnhauses in Zürich zu verkaufen», berichtet Kyung-ah Lee Dusapin. Aus dem Garagenverkauf entstand der erste kleine Laden in der Nähe des Bahnhofs Zürich. Den Namen YumiHana dachte sich Vater Lee aus. Er bedeutet auf Koreanisch «einzigartiger Geschmack», während Yumi in Japan ein verbreiteter Mädchenname ist und «Hana» «Blumen» heisst. Die doppelte Bedeutung ist wichtig, da YumiHana auch japanische Produkte im Sortiment führt. Mama Lee war beinahe 90, als die drei Kinder die Familienfirma übernahmen. Bis heute steht sie täglich im Zürcher Geschäft.
In Basel leitet Vanessa Yamane die Filiale. Die japanische Brasilianerin kam 2019 der Liebe wegen nach Basel. «Bei YumiHana einzusteigen war für mich eine Riesenchance», weiss die gelernte Juristin, deren Brasilianisches Studium ihr in Basel nicht allzu viel nützt. Aber Kyung-ah Lee Dusapin betont: «Alles, was man im Leben lernt, kann man irgendwann gebrauchen. Vanessas strukturiertes Denken ist für die Führung unserer Filiale enorm wertvoll.» Kyung-ah Lee Dusapin selbst ist studierte Kunsthistorikerin. Es ist den Mitarbeitenden bei YumiHana gemein, dass sie aus hochqualifizierten Berufen kommen. Sie wanderten aus privaten Gründen aus ihrer Heimat aus und haben sich hier in der YumiHana-Familie gefunden.
Überhaupt sind die Mitarbeitenden das Wichtigste: Wann immer eine Frage auftaucht zu einer Misopaste, einem Wasabi-Pulver oder einem aus europäischer Sicht abenteuerlichen Erfrischungsgetränk – Vanessa Yamane und ihr Team sind zur Stelle. Sie kennen sich mit den besten Sojasaucen aus, aber auch mit hochwirksamen Gesichtsmasken, eingelegten Tigerglocken-Wurzeln und koreanischen Boybands. Und sie freuen sich über den Austausch mit den Kundinnen und Kunden. «Uns sind Begegnungen wichtig», so Kyung-ah Lee Dusapin. «Die Menschen sollen aus Neugierde in unsere Läden kommen. Auch wenn sie mit unserer Kultur nicht vertraut sind, können sie bei uns erste Kontakte zu Korea und Japan knüpfen.» Eine lebenslange Liebe ist dabei nicht ausgeschlossen.