Das Cartoonmuseum Basel zeigt die ganze Bandbreite José Muñoz' Lebenswerk. Der argentinische Comic-Künstler beeindruckt mal mit harten Schwarz-Weiss-Kontrasten, mal mit feinfühligen, farbigen Werken. Die Ausstellung beschwingt, bewegt und begeistert.

Wer regelmässig im Cartoonmuseum Basel zu Besuch ist und sich die sorgfältig kuratierten Ausstellungen namhafter Comic-Künstlerinnen und Comic-Künstler anschaut, ist mit der Spannung bestens vertraut, die sich mit jedem Raum und jedem Stockwerk des wunderschönen Hauses in der St. Alban-Vorstadt aufbaut. Diese Spannung, mit der dich das Museum näher an die Künstlerin oder den Künstler heranführt und dich in deren Kunst eintauchen lässt.

Ein Besuch in der neuen Ausstellung «Broken Voices» zum argentinischen Comic-Künstler José Muñoz (*1942) fühlt sich zu Beginn an wie ein packender Film Noir, in der Mitte wie ein verträumtes Schläfchen in einem sommerlichen Blumenfeld und zu Ende wie eine Zeitreise in einen lebhaften Jazz-Club einer Grossstadt. José Muñoz – dieser Name steht für eine grosse Bandbreite an Stilen, welche dich allesamt in der von Cartoonmuseum-Direktorin Anette Gehrig kuratierten Ausstellung in ihren Bann ziehen.

José Muñoz zusammen mit Cartoonmuseum-Direktorin Anette Gehrig
© Cartoonmuseum Basel, «José Muñoz. Broken Voices», 2026 (Photo: Derek Li Wan Po)

Alack Sinner – vom Leben gezeichnet, als Antiheld gefeiert

Gleich zu Beginn der Ausstellung befinden wir uns inmitten hart gezeichneter, kontrastreicher Schwarz-Weiss-Welten. Es ist das Leben des Privatdetektivs und Ex-Polizisten Alack Sinner. Desillusioniert, melancholisch, einsam, dem Alkohol verfallen, verkörpert Sinner den Antihelden, der seine Leserschaft seit 1975 mit einem Mix aus klassischer Krimihandlung fesselt und mit scharfer Gesellschaftskritik konfrontiert. Die Serie, welche von Muñoz und seinem Landsmann, dem Autor Carlos Sampayo (*1943), geschaffen wurde und weltweit Erfolge feierte, befasst sich mit Rassismus und Korruption sowie geschichtlichen Ereignissen wie dem Vietnamkrieg oder den Anschlägen vom 11. September. Muñoz’ kompromissloser Zeichenstil und Sampayos ungeschönter Erzählstil sind dabei von der düsteren Zeit Anfang der 1970er Jahre geprägt, als ihre Heimat Argentinien unter Militärdiktaturen litt und viele Menschen – mitunter die beiden Künstler – dazu bewegte, das Land zu verlassen und nach Spanien zu emigrieren.

«Gentle Alack with a wild bison stampede inside his mind», 2018–2022
 José Muñoz; Courtesy Bicocchi Collection)

Von melancholischen Naturlandschaften und pulsierenden Jazz-Vibes

Doch Muñoz sieht die Welt nicht nur schwarz-weiss. Für seine Illustrationen, welche du im obersten Stockwerk bewundern kannst, verwendet der Argentinier Bleistift und Aquarellfarben und lässt feine, üppige und verträumte Naturlandschaften entstehen. Wenn du dabei an Vincent Van Goghs Gemälde von Naturlandschaften denkst, kommt dies nicht von ungefähr – diese haben Muñoz nämlich stark inspiriert.

Nach diesem Ausflug in die Natur tauchen wir ab in die lebhaften Jazz-Clubs von Buenos Aires. In einem mit roten Samtvorhängen eingekleideten Ausstellungsraum mit Scheinwerferkegel in der Mitte kannst du wilde Partynächte, die Jazz-Vibes und die leidenschaftlichen Tango-Tänze förmlich spüren. Das Cartoonmuseum inszeniert damit Muñoz' Sehnsucht nach dem multikulturellen Lebensgefühl seiner Heimat Argentinien. Die Liebe zum Jazz kommt besonders schön und feinfühlig in seiner gezeichneten Biografie der Sängerin Billie Holiday zum Ausdruck. Ihre Musik begleitete Muñoz sein Leben lang und sollte in seinen zahlreichen Werken immer wieder auftauchen und die Stimmung beeiflussen. Holiday steht dabei für die Stimme der Unterdrückten, der Ausgestossenen, der Frauen und der afroamerikanischen Menschen – gleichzeitig strahlt sie Schönheit und Stärke aus, die sehr inspirierend auf Muñoz wirkten. Diese starke Symbolik Holidays Stimme bildet eine Parallele zu seinen Werken, welche ebenfalls vor dem Hintergrund des Leids entstanden sind, das sein Heimatland unter den Militärdiktaturen durchlebte.

«Apogeo», 1986, Cover für das Magazin«Linea d’Ombra: mensile di storie, immagini, discussioni», Nr. 36, Treviso, 1989
 José Muñoz; Courtesy Galleria Nuages, Milano)

Das Cartoonmuseum Basel – Zentrum für narrative Kunst – beleuchtet den beeindruckenden Künstler José Muñoz, der mitunter mit dem renommierten Grand Prix des Comicfestivals in Angoulême ausgezeichnet wurde, in all seinen Facetten. Freue dich auf eine aufregende und inspirierende Erkundungstour durch das Werk des heute 83-jährigen Comic-Künstlers.

José Muñoz – Broken Voices

Cartoonmuseum Basel – Zentrum für narrative Kunst
Vom 28. März bis 21. Juni 2026
cartoonmuseum.ch

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Dieser Partner-Content ist in Kooperation mit unserem Partner «Cartoonmuseum Basel – Zentrum für narrative Kunst» entstanden.
Cartoonmuseum Basel – Zentrum für narrative Kunst
Ob als Comic, Graphic Novel, Reportage, Cartoon, Karikatur oder Trickfilm – Zeichnungen erzählen Geschichten.