Zugegeben – die Superhelden im kult.kino fliegen nicht durch die Luft, können sich nicht in einen Truck verwandeln und auch keine Wände hochkrabbeln. Sie punkten vielmehr mit wahren Geschichten, echten Schicksalen und heldenhaften Charakterzügen und sich damit in unser Herz spielen. Da wäre beispielsweise der Tourette-Aktivist John Davidson, der sich für das Verständnis und die Akzeptanz von Tourettebetroffenen einsetzt. Der britische Film «I Swear» gehört zu den Geheimtipps des Kino-Monats Juni. In «La Maison des Femmes» sind die Heldenfiguren in einem Frauenhaus zu finden, das sich mit unermüdlicher Energie für Frauen stark macht, die Gewalt erfahren haben. Und «Minions 3» erzählt die (nicht ganz wahre) Geschichte der animierten, gelben Truppe und davon wie sie Hollywood erobern, Filmstars werden, alles verlieren und Monster auf die Welt loslassen. Wie das wohl ausgeht? Entdecke deine ganz persönlichen Kino-Highlights im Juni im kult.kino.
I SWEAR | ab 28. Mai im Kino
Im jungen Alter wurde John Davidson, nachdem sein Umfeld ihn lange für «verrückt» gehalten hatte, mit dem Tourette-Syndrom diagnostiziert – einer Erkrankung, die bislang weitgehend unbekannt war. Bis heute setzt er sich für das Verständnis und die Akzeptanz von Tourettebetroffenen ein. Für dieses Engagement wurde er 2019 von der Queen zum Member of the Order of the British Empire (MBE) ernannt. Ein einfühlsames und humorvolles Biopic über den schottischen Tourette-Aktivisten John Davidson.
Von Kirk Jones, Grossbritannien 2025, 121min.
SONDERFALL - EN TERRAIN NEUTRE | ab 4. Juni im Kino
Der eine ist Sohn eines Waadtländer Bauern, der andere Sohn eines eingebürgerten kabylischen Seeigelfischers: Stéphane und Mehdi sind Schweizer – also neutral. Doch was bedeutet das? Ist Neutralität Gleichgültigkeit oder Gerechtigkeit? So begeben sich die beiden auf einen weltweiten Roadtrip auf der Suche nach diesem besonderen Status, um diese Identität zu verstehen – aus Angst, dass sie verschwindet. Eine skurrile Identitätssuche inmitten einer nationalen Gewissenskrise.
Von Stéphane Goël, Schweiz 2026, 84 min.
REN’AI SAIBAN – LOVE ON TRIAL | ab 4. Juni im Kino
Mai ist ein aufstrebendes J-Pop-Idol, gebunden an ein System strenger Regeln und makelloser Inszenierung. Als sie sich verliebt, verstösst sie gegen eine zentrale Klausel ihres Vertrags: ein Liebesverbot. Bald wird die Beziehung öffentlich und Mai verliert nicht nur ihre Karriere, sondern steht vor Gericht verklagt von ihrer eigenen Agentur. Zwischen medialem Druck, juristischer Härte und Selbstzweifeln beginnt ein persönlicher wie politischer Kampf um das Recht auf Liebe und Selbstbestimmung. Inspiriert von realen Ereignissen wirft der Film ein Licht auf die Schattenseiten einer Milliardenindustrie.
Von Kôji Fukada, Japan 2025, 124 min.
LA MAISON DES FEMMES | ab 11. Juni im Kino
In einem Frauenhaus setzt sich ein Team täglich mit Fürsorge, Solidarität und unermüdlicher Energie für Frauen ein, die Gewalt erfahren haben. Diane, Manon, Inès, Awa und ihre Kolleginnen hören zu, beraten und begleiten sie auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Mit interdisziplinärer Unterstützung stärken sie ihr Selbstvertrauen und helfen ihnen, neuen Halt und Perspektiven zu finden.
Von Melisa Godet, Frankreich 2025, 111 min.
SOLOMAMMA | ab 11. Juni im Kino
Edith ist eine von Neugier getriebene Journalistin und alleinerziehende Mutter. Als die Identität ihres Samenspenders bekannt wird, spürt sie ihn unter dem Vorwand auf, ihn über seine Firma zu interviewen. Nach und nach entsteht eine echte Verbindung. Doch je mehr Edith sich in ihre Lügen verstrickt, desto mehr gerät das fragile Leben ins Wanken, das sie sich aufgebaut hat.
Von Janicke Askevold, Norwegen 2025, 99 min.
GIRLS AND GODS | ab 11. Juni im Kino
Können Feminismus und Religion koexistieren? Girls & Gods ist eine furchtlose Reise, angeführt von Inna Shevchenko, der Autorin und Initiatorin des Projekts, um genau diese Frage zu beantworten. Shevchenko, die einst als Anführerin der Oben-ohne-Proteste von FEMEN gegen patriarchale Machtstrukturen bekannt wurde, tauscht nun Protest gegen Dialog, indem sie Priesterinnen, Imaminnen, Rabbinerinnen, Theologinnen und andere Aktivistinnen zu offenen Gesprächen einlädt.
Von Arash T. Riahi & Verena Soltiz, Österreich 2025, 104 min.
LOL 2.0 | ab 18. Juni im Kino
Anne (Sophie Marceau), 55, geniesst endlich ihre Freiheit, ihre Kinder sind aus dem Haus, und sie kann sich auf sich selbst, ihre Karriere und ihr Liebesleben konzentrieren. Doch als ihre Tochter nach persönlichen Rückschlägen nach Hause zurückkehrt und Anne auch noch erfährt, dass sie Grossmutter wird, erkennt sie zwischen Generationenkonflikten, neuen Hoffnungen und frischen Gefühlen, dass das Leben selten nach Plan verläuft und dass es nie zu spät ist, zu wachsen und sich neu zu entdecken.
Von Lisa Azuelos, Frankreich 2026, 105 min.
THE LOVE THAT REMAINS | ab 18. Juni im Kino
Magnús ist als Fischer oft wochenlang auf hoher See. Anna ist Künstlerin und hofft, bald in einer Galerie ausstellen zu können. Die beiden haben sich vor Kurzem getrennt. Er ist ausgezogen. Sie ist im abgelegenen Haus nahe der isländischen Küste geblieben. Doch Anna und Magnús schaffen es nicht wirklich, ihre Leben zu entflechten. Wegen der Kinder – oder ist da vielleicht noch eine Form von Liebe zwischen ihnen, die nicht vergeht?
Von Hlynur Pálmason, Island 2025, 110 min.
FUORI | ab 18. Juni im Kino
Rom, 1980. Die Schriftstellerin Goliarda Sapienza, bekannt durch den epochalen Roman «Die Kunst der Freude», landet wegen wegen Schmuckdiebstahls im Gefängnis, doch die Begegnung mit einigen jungen weiblichen Insassinnen erweist sich für sie als eine Art Wiedergeburt. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis, in einem heissen italienischen Sommer, treffen sich die Frauen weiterhin, und Goliarda knüpft eine tiefe Beziehung zu Roberta, einer gewöhnlichen Straftäterin und politischen Aktivistin. Eine Beziehung, die kein Aussenstehender verstehen kann, durch die Goliarda aber die Freude am Leben und den Drang zum Schreiben wiederentdeckt.
Von Mario Martone, Italien 2025, 117 min.
MINIONS 3 | ab 25. Juni im Kino
«Minions & Monsters» erzählt die abgefahrene, aberwitzige und natürlich absolut wahre Geschichte von den Minions und wie sie Hollywood erobern, Filmstars werden, alles verlieren, Monster auf die Welt loslassen und sich dann heldenhaft daranmachen, den Planeten vor genau dem Chaos zu retten, das sie selbst angerichtet haben.
Von Pierre Coffin, USA 2026, 85 min.
Die zwei kult.kino Standorte Atelier und Camera mit insgesamt sieben Kinosälen stehen für eine vielseitige, lebendige und anspruchsvolle Filmkunst inmitten gemütlicher Atmosphäre.