Vom 8. bis 18. Oktober stellen Kunstschaffende aus Basel und Umgebung ihre Arbeiten im Projektraum M54 aus. Unter dem Titel «Bande gebildet» zeigen sie eindrücklich, dass zehn sich vorher unbekannte Künstler gemeinsam eine Ausstellung erschaffen können.

Zehn lokale Kunstschaffende zeigen ihre Werke an der Gruppenausstellung unter dem Titel «Bande gebildet». Sie vereint, dass sie Neumitglieder des «Berufsverbands der visuell schaffenden Künstler:innen, Architekt:innen und freien Kurator:innen« visarte sind. Ohne sich vorher gekannt zu haben, organisierte die Gruppe gemeinsam eine Ausstellung mit ihren Werken. Keine gewohnte Aufgabe, da in der Regel ein Kurator oder eine Kuratorin für die Auswahl, Organisation und Zusammenstellung der Kunst zuständig ist. Der Berufsverband möchte die Kunstschaffenden damit motivieren, sich nicht als Konkurrenz, sondern als Kollaborateurinnen und Kollaborateure zu verstehen und eben gemeinsame «Bande zu bilden».

Leuchtend, verspiegelt oder gespenstisch

Die Ausstellung beginnt unmittelbar im Eingangsbereich des Kunstraums mit der Arbeit «The Migration of Djinn: Codes of Conduct» der Basler Künstlerin Btihal Remli. Sie beschäftigt sich mit den Themen Identität, Religion, Glauben, Geschlecht und soziokulturelle Repräsentation. Djinns sind in der marokkanischen Kultur Geistwesen, die sich unsichtbar in Räumen aufhalten und Menschen besetzen können. Die blaue Neon-Installation in der Handschrift ihrer Mutter bedeutet «Sag immer guten Tag, wenn du einen Raum betrittst, um die unsichtbaren Benutzer zu grüssen».

In der Ausstellung fallen mitunter die verspiegelten und freistehenden Elemente von Nadine Cueni auf. Durch ihren Hintergrund als Biologin interessiert sie sich für die Natur und Umwelt, als Künstlerin beschäftigt sie sich mit dem Aufbrechen von Mustern und klassischen Rollenbildern. In Ihrer Arbeit «I only feel pretty when I have my ovulation» greift sie Diskussionen um Weiblichkeit auf und fragt danach, was es bedeutet, Frau zu sein. Dafür verwendet sie Strick- und Stickmuster sowie alte Frotteetücher. Letztere erinnern an die Ermahnung der Grossmutter, verschiedene Tücher für Gesicht, Körper und Intimbereich zu verwenden.

Geisterhaft schwebend sind im hinteren Teil des Ausstellungsraumes die Cyanotypien unter dem Titel «Innocence» von Eveline Laing ausgestellt. Durch diese Technik aus der Fotografie konnte sie originale Taufkleider aus der christlichen Tradition des 19. Jahrhunderts als Symbol für die Frage nach Schuld und Unschuld verwenden. Das «Reinwaschen der Erbsünde» während der Taufe stellt sie der Unschuld von Kleinkindern gegenüber.

Irene Maag, Co-Präsidentin des Berufsverbandes visarte (links) und ausstellende Künstlerin Eveline Laing.

Ausstellung «Bande gebildet»

Die Ausstellung läuft vom 8. bis 18. Oktober im Projektraum M54 an der Mörsbergerstrasse 54.
Am Donnerstag, 15. Oktober, um 19 Uhr findet ein Rundgang durch die Ausstellung mit den Künstlerinnen und Künstlern statt.

Öffnungszeiten
Freitag von 15 bis 20 Uhr
Samstag von 11 bis 15 Uhr
Sonntag von 14 bis 18 Uhr

Teilnehmende Kunstschaffende
Nadine Cueni
Veronika Geiger
Sara Grütter
Eveline Laing
Til Langschied
Tabea Martin
Martin Raimann
Btihal Remli
Daniel Tschumi
Linus Weber