Erna ist alt und möchte sterben. So fängt das Stück «Erna» des jungen Basler Theaterautors Silvan Rechsteiner an. Keine einfache Ausgangslage – aber eine, die viele Menschen aus ihrem eigenen familiären oder sonstigen sozialen Umfeld kennen. In Ernas Fall vermischt sich der Wunsch zu gehen mit einem immer stärkeren Einschleichen der Vergangenheit, die sie dann doch wieder hier behält. Die verschiedenen Zeiten verschwimmen mehr und mehr, Erna vergisst längst nicht mehr nur Termine sondern auch die eigene Enkelin und wenn dann noch die Fische im Teich mit ihr sprechen, ist vollends unklar, was da eigentlich noch übrig ist von Erna und ihrem Leben.
Mit «Erna» stellt sich Silvan Rechsteiner den ganz grossen Fragen. In seinem Stück scheuen sich die Charaktere nicht vor Diskussionen und Streits, die das Abschiednehmen manchmal mit sich bringen, gleichzeitig ist da aber auch ganz viel Zärtlichkeit und Wille zur Versöhnung, denn wenn eines klar ist, dann dass der Abschied früher oder später kommen wird. Und dass dieser leichter fällt, wenn die Streitereien ausgesöhnt, das Wichtige besprochen, die Fragen beantwortet und die Umarmungen gegeben sind.