Die chinesische Künstlerin Cao Fei verschafft dir mit ihrer ersten Einzelausstellung in der Schweiz gleichzeitig einen Ritt durch virtuelle Welten, einen crazy bunten Traum und überdies einen Kurztrip nach China.

Cao Fei – diesen Namen musst du dir merken. Die chinesische Künstlerin verwandelte das gesamte Kunstmuseum Basel | Gegenwart in eine Art begehbares chinesisches Universum. Wer – wie ich – noch nie in China war, kommt somit noch bis am 11. Oktober in den Genuss, auf unkonventionelle Art in ein komplett fremdes Land einzutauchen; ein sehr eindrückliches Erlebnis!

Aber aufgepasst; es ist viel, das dich auf rund 2'000 Quadratmetern erwartet. Da sind Hip-Hop-Tänzerinnen und – Tänzer. Da ist Cosplay. Da sind Logistik-Zentren, die unter Hochdruck chinesische Waren vertreiben. Da ist Industrie und Fliessbandarbeit. Da ist Second Life. Da sind Matryoshkas, Zombies, ein zwitterhaftes Geschöpf namens Oz, ein Oktopus und da ist das Metaversum.

Kunstwerke aus drei Jahrzehnten künstlerischer Praxis sind zu sehen, Videos, Bilder, Installationen mit wiederkehrenden Themen: Die Beziehung zwischen Technologie und Arbeit, das Verschmelzen von virtuellen und realen Welten, Chinas Rolle als Produzent von Waren sowie Fragen nach Zeit, Erinnerung und Geschichte.

Das Ganze ist enorm eindrücklich und dicht. Mir persönlich hat ein Besuch daher nicht gereicht – auch weil ich nicht einmal alle Arbeiten gesehen habe, da die Räume auf allen Ebenen dermassen verwinkelt sind. Zudem war irgendwann mein Speicher voll. Ich werde darum noch ein zweites Mal hingehen und mir mehr Zeit nehmen. Zum Abschluss habe ich mir im Museumsshop noch eine Büchse Bandung aus dem Kühlschrank geholt – ein Lieblingsgetränk von Cao Fei, das aus Rosensirup und Milch besteht – und mich beim Spaziergang durchs St. Alban gefühlt wie in den Ferien.

 

Cao Fei – Testimonies to the Near Future

Noch bis am 11. Oktober 2026 im Kunstmuseum Basel | Gegenwart

kunstmuseumbasel.ch