Ich vermute ja persönlich, dass es keine furchteinflössendere Gesellschaftsgruppe gibt als Jugendliche, die in einem Grüppchen zusammenstehen und zwar genau da, wo ich leider durchmuss. In dieser Situation weiss ich jeweils plötzlich nicht mehr, wie ich meine Arme beim Gehen halten muss und wie ein neutraler Gesichtsausdruck geht und wenn ich dann direkt vor der Gruppe stolpere, passiert zwar nichts, aber ich male mir trotzdem aus, dass sie nachher alle über mich lachen und lästern werden. Dass dabei natürlich nur meine Vorurteile aus mir sprechen und ich den Jugendlichen nicht egaler sein könnte, ist klar – und genau solche Vorurteile sind Thema des neuen Stücks «Touché» im Jungen Theater Basel.
Das Stück spielt in einer Stadt, in der nur sechs Jugendliche zurückbleiben, als der Rest ins Skilager fährt. Im plötzlich sehr leeren Schulhaus treffen die sechs aufeinander, ohne sich wirklich zu kennen und ohne die Gründe fürs Zurückbleiben zu kennen. Das sechsköpfige Ensemble wird vorgestellt, indem die jeweils anderen all ihre Vorurteile über die Person, die vorne steht, in den Raum werfen. Dabei wird ziemlich schnell klar, wie komplett falsch sie mit ihren Einschätzungen und vorschnellen Verurteilungen liegen. «Touché» thematisiert auf clevere Weise die Sehnsucht danach, wirklich von anderen gesehen zu werden und fragt, woher unsere Vorurteile kommen.
Touché
Junges Theater Basel
Kasernenhof 11
Mittwoch, 7. Januar, 20 Uhr
Donnerstag, 8. Januar, 20 Uhr
Freitag, 9. Januar, 20 Uhr
Mittwoch, 14. Januar, 20 Uhr
Donnerstag, 15. Januar, 20 Uhr
Freitag, 16. Januar, 20 Uhr
Mittwoch, 21. Januar, 20 Uhr
Donnerstag, 22. Januar, 20 Uhr
Freitag, 23. Januar, 20 Uhr