Das Naturhistorische Museum Basel zügelt ins St. Johann, wo das neue Museum 2029 eröffnet wird. Im Gepäck: 12 Millionen Objekte. Wie dieses irrwitzige Unterfangen vonstatten geht, zeigt das Museum in einer fortlaufenden Dokumentation.

Ich hasse Umzüge. Dieser ganze Staub, das Chaos, das Geschraube, Geputze und die Ungemütlichkeit zwischen den Kisten sind mir ein Graus. Die Statistik sagt, dass ein durchschnittlicher europäischer Haushalt 10'000 Gegenstände besitzt, die im Falle eines Umzuges verpackt, von A nach B geschleppt und am neuen Ort wieder ausgepackt werden müssen. Ein Kraftakt! Nun ist es so: Das Naturhistorische Museum eröffnet im Juni 2029 sein neues Haus im St. Johann. Bis dahin gilt es, 12 Millionen Objekte zu zügeln. 12'000'000! Darunter Käfer, Skelette, Schmetterlinge, Fische, Amphibien, Reptilien, Muscheln, Spinnen, Mineralien, aber auch präparierte Wildschweine, Vögel und ja, auch Dinosaurier.

Seit rund acht Jahren bereitet sich das Museum auf dieses komplexe Unterfangen vor. Man könnte auch sagen: Selber Schuld, wenn man über eine der grössten Sammlungen naturkundlicher Objekte verfügt. Ein präpariertes Okapi lässt sich nun mal nicht einfach in einem Umzugskarton transportieren. Das Museum muss für jedes Objekt individuelle Vorbereitungen für den Transport treffen. Exponate in Schubladen fixieren, Präparate sicher auf Podeste befestigen, Felle reinigen. Zudem können gewisse Objekte nur in der kalten Jahreszeit gezügelt werden, damit sie nicht von Insekten befallen werden. Eine logistische und organisatorische Meisterleistung, die nicht an einem Zügelwochenende erledigt werden kann. Der Umzug, der ungefähr 400 Privathaushalten gleichkommt, wird rund ein Jahr dauern.

Währenddem läuft der Museumsbetrieb an der Augustinergasse regulär weiter. Zudem laufen unzählige weitere Projekte am Museum, wie zum Beispiel die Konzeption von acht komplett neuen Ausstellungen unter anderem zu den Themen Erdbeben, Evolution oder die Entstehung unseres Planeten. Solche Vorhaben erfordern Zeit, präzise Koordination und viel Know-how, um sie in zeitgemässer Form auszustatten und aufzubauen. An diesem komplexen Prozess des Umzugs lässt uns das Museum nun teilhaben – anhand einer neu gestalteten Installation im Museum. Hier werden wichtige Meilensteine aufgezeigt und du bekommst in Ansätzen mit, welche verrückten Herausforderungen dieser Umzug mit sich bringt. Wie schön, wenn alles vorbei ist und wir am neuen Ort die 12 Millionen gezügelten Objekte in neuem Licht entdecken können. Und wie gut, muss ich beim Zügeln nicht helfen.

Meilensteine der Züglete im Naturhistorischen Museum

  • Februar 2027: Übernahme des neuen Gebäudes im St. Johann.
  • März 2027: Erste Lastwagen werden beladen, die verschiedenen Sammlungsbereiche ziehen um.
  • Februar 2028: Letzte Objekte aus den Sammlungs- und Depoträumen sollen am neuen Standort integriert werden.
  • Ab Juni 2028: Die acht Dauerausstellungen werden im neuen Museum aufgebaut und eingerichtet.
  • Winter 2028: Das Museum an der Augustinergasse schliesst.
  • Januar bis Juni 2029: Objekte aus den Dauerausstellungen werden ins neue Museum transportiert.
  • Juni 2029: Eröffnung neues Museum im St. Johann.

nmbs.ch